Die Marke “Arzt”: Zwischen Fachmann und Mensch
So bauen Sie Vertrauen zu Ihren Patienten auf und etablieren sich als Marke auf dem Gesundheitsmarkt
Ein Regal mit Eispackungen - Sie haben die Auswahl zwischen einem No-Name-Produkt und einem Markenprodukt. Für welches entscheiden Sie sich? Sicherlich für das Markenprodukt, weil Sie wissen, was Sie hier erwartet und Sie damit gewisse Eigenschaften verbinden. Genauso geht es Patienten. Auf der Suche nach einer Arztpraxis, haben viele in dem scheinbar unüberschaubaren Gesundheitsmarkt den Durchblick verloren. Die fachlichen Qualifikationen sind aus Laiensicht ähnlich – die Bedeutung von Marken wird hier immer wichtiger. Marken erzeugen Orientierung und Vertrauen. Die Patienten stellen sich die Frage: Welcher Arzt ist der Beste für mich?
Weiterempfehlungen von Freunden und Bekannten haben für viele den höchsten Stellenwert. Doch zusätzlich informieren sich die Patienten auf der Praxis-Webseite über die zukünftige Arztpraxis. Durch einen ansprechenden und sympathischen Webauftritt, der leicht in Google gefunden wird, kann der positive Eindruck bereits im Vorfeld verstärkt werden. Es geht nun darum, wie Sie sich präsentieren: “Marke sein” bedeutet nicht nur ein ansprechendes Praxis-Logo oder moderne Praxis-Räume zu haben, sondern die Vorstellung und Leistung der Menschen dahinter.
Wir haben Ihnen zusammengestellt, was Sie dafür tun müssen.
1. Die Markenstrategie: Vertrauen heißt das Zauberwort
Immer mehr Patienten betrachten ihren Arzt als eine Vertrauensperson. Dabei liegt es bei Ihnen, diese Basis aufzubauen. Marken können Patienten bei der Entscheidungsfindung helfen, da diese immer mit bestimmten Gefühlen und Werten verbunden werden. Ihre Aufgabe besteht darin, sich eine Markenstrategie aufzubauen.
2. Das Markenversprechen: Für welche Werte steht Ihre Arztpraxis?
Bereits vor dem ersten Besuch möchte sich der Patient über Ihre Praxis informieren. Er möchte wissen, für welche Werte und Leistungen diese steht. Hierbei wird das Markenversprechen angesprochen. Sie müssen sich bewusst machen, für welche Werte Sie stehen möchten, damit Sie diese vermitteln: Wodurch unterscheide ich mich von der Konkurrenz, welches Dienstleistungsversprechen gebe ich und an welche Zielgruppe möchte ich mich wenden?
Eine Marke schafft es, sich von Mitbewerbern abzugrenzen, wodurch es dem Patienten leichter fällt, sich für einen Arzt zu entscheiden, der zu seinen Bedürfnissen passt.
3. Markenkommunikation: Tu Gutes und rede darüber!
Kommunizieren Sie das, was Sie gut können und wofür Sie wahrgenommen werden wollen, nach außen. Die Markenwerte müssen über alle Kanäle einheitlich kommuniziert werden. Neben einer professionellen Praxis-Website zählen hierzu das Auftreten in den Bewertungsportalen und Sozialen Netzwerken sowie ein ansprechendes Logodesign. So bauen Sie bereits vor dem ersten Besuch Vertrauen auf. Vor allem die eigene Praxis-Webseite und deren professionelle Darstellung spielt hierbei eine große Rolle, da der Patient dadurch emotional gebunden wird. In unseren vorherigen Blogbeiträgen wurde bereits angesprochen, was es hierbei zu beachten gilt. Auch innerhalb der Arztpraxis sollten Sie Ihr Markenversprechen einheitlich durch eine moderne Praxisbeschilderung und Teambekleidung ausdrücken. Individuelles Printdesign, das von Visiten- und Terminkarten über Briefpapier und Anamnesebögen bis hin zur Praxisbroschüre reicht, macht einen positiven Eindruck auf den Patienten.
Allgemein wirkt eine sympathische und freundliche Kommunikation vertrauensbildend. Diese fängt bereits beim Telefonat an: Lächeln Sie beim Sprechen. Der Patient merkt, ob Sie positiv gestimmt sind und Spaß an Ihrer Arbeit haben. Hierbei ist Ihr Team gefragt.
4. Das Team spiegelt die Marke wider
Die “Marke Arzt” erstreckt sich nicht nur über Ihre Person und die Praxis an sich, sondern auch über Ihr Team. Ihre Mitarbeiter /-innen sind diejenigen, die bereits am Telefon Kontakt mit den Patienten haben und auch in der Praxis findet über die Mitarbeiter/-innen der Erstkontakt mit dem Neupatienten statt. Sie haben deswegen einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung der Praxis, die Bindung und Weiterempfehlung. Sie müssen also das Markenversprechen widerspiegeln.
5. Denken Sie sich in Ihren Patienten!
Sie müssen auch ab und an zu einem Arzt: Versetzen Sie sich also in die Rolle des Patienten. Was haben Sie für Wünsche und Bedürfnisse in dieser Situation und wie entsteht für Sie Vertrauen zu Ihrem Arzt? Machen Sie sich darüber Gedanken und gehen Sie auf Ihre Patienten so ein, wie Sie selbst gerne behandelt werden möchten.
6. Eine persönliche Markenkommunikation: Seien Sie authentisch
Damit die Versprechen, die Sie Ihren Patienten im Vorfeld durch eine gute Markenkommunikation gegeben haben, auch eingehalten werden, gilt es, authentisch zu sein. Sie müssen aufpassen, dass Sie sich nicht nur als Marke positionieren, um Neukunden für sich zu gewinnen, sondern es als selbstverständlich ansehen, dem Patienten vertrauensvoll als Fachmann und Mensch zu behandeln. Wie gut ein Arztimage ist und ob die Patienten weiterhin zu Ihnen kommen und Sie weiterempfehlen, hängt mit einer authentischen Darstellung zusammen.
7. Langfristig zum Markenerfolg
Der Aufbau einer Marke ist ein stetiger Prozess. Man muss beständig das Vertrauen bestätigen, um die Patienten emotional zu binden. Sobald die Patienten dauerhaft positive Eigenschaften mit Ihnen und Ihrer Arztpraxis in Verbindung bringen, werden sie Ihre Praxis weiterempfehlen – und Sie haben vielleicht bald einen weiteren Neupatienten hinzugewonnen.
Die perfekte Praxishomepage
5 Tipps für die perfekte Internetpräsenz
Was Sie bei Ihrer Praxishomepage beachten sollten.
Das Internet ist das Medium für Recherchen jeglicher Art. In einer Zeit, in der dank Smartphones und flächendeckender Internetverbindung jede Information sofort abrufbar ist, haben Telefon- und Branchenbücher längst an Relevanz verloren. Gesucht wird heute online - auch von Ihren potentiellen Patienten!
Es stellt sich also nicht die Frage, ob Sie überhaupt einen Internetauftritt für Ihre Praxis, Ihre Klinik oder Ihr Business im Medizinsektor benötigen. Die Frage ist, wie man mit einer Homepage den bestmöglichen ersten Eindruck macht um Patienten und Kunden auf sich aufmerksam zu machen und von sich zu überzeugen.
In diesem Artikel gehen wir darauf ein, warum Sie einen Webauftritt haben sollten und vor allem, was Sie dabei beachten müssen.
Warum brauchen Sie als Arzt überhaupt eine Praxishomepage?
Wie bereits erwähnt, hat die Onlinesuche schon längst die Suche über Telefon- und Branchenbücher abgelöst. Das Suchen findet heute fast ausschließlich online statt. Wie wichtig es dabei ist bei den richtigen Schlagwörtern gefunden zu werden, möchten wir an folgendem Beispiel erklären:
Stellen Sie sich vor, Sie sind in eine neue Stadt gezogen und sind auf der Suche nach einem Restaurant für den Abend. Die übliche Handlung ist nun nach einem Restaurant in Ihrer Stadt im Internet zu recherchieren. Das erste und vielversprechendste Suchergebnis befindet sich 1500m östlich Ihres Standpunktes - ein kurzer Weg für ein leckeres Essen. Das Restaurant, das lediglich 500m entfernt westlich von Ihnen liegt und auch noch günstiger und besser ist, taucht nicht in Ihren Suchergebnissen auf. Dieses Restaurant ist damit für Sie in diesem Moment nicht existent.
Ein veranschaulichendes Beispiel, welches sich auf Ihre Praxis übertragen lässt. Der gleiche Sachverhalt spielt sich bei der Suche nach einem geeigneten Arzt, einer geeigneten Klinik oder anderen Gesundheitsdienstleistern ab.
Entgehen Ihnen Patienten?
Sind Sie im Internet und der Online-Suche nicht vertreten, entgehen Ihnen potentielle Patienten.
Selbst für den Fall, dass derzeit noch genügend Patienten den Weg in Ihre Praxis finden, obwohl Sie keine (oder eine unzureichende) Internetpräsenz haben, sollte Ihnen dennoch klar sein, dass Ihnen die Patienten, die online nach Ärzten suchen, entgehen.
Und obwohl eine Praxishomepage vielleicht keinen unmittelbar erkennbaren Nutzen für Sie hat, so sollten Sie sich doch überlegen ob Sie nicht online zu finden sein möchten. Denn nie war es einfacher dem Patienten bereits vorab Ihr Leistungsspektrum zu vermitteln und einen positiven ersten Eindruck zu schaffen. Sehen Sie Ihre Webseite einfach als kostengünstigen Mitarbeiter, der 24 Stunden am Tag für Sie im World Wide Web Visitenkarten an Leute verteilt, die sich für Ihre Leistungen interessieren.
Eine Webseite ist aber auch ein hochkomplexes Konstrukt, bei dem man auch einiges falsch machen kann. Worauf sollten Sie also bei einer Praxishomepage ein besonderes Augenmerk legen? Wir verraten Ihnen 5 Tipps, um den Internetauftritt Ihrer Praxis deutlich zu verbessern.
Tipp #1: Webseite im Corporate Design der Praxis
Stellen Sie sich Ihre Praxis, Klinik oder Ihr Unternehmen als Marke vor. Für Marken ist die Außendarstellung enorm wichtig. So erkennt man bei großen Namen bereits auf den ersten Blick, um welches Unternehmen es sich handelt. Das hat damit zu tun, dass das Design eines Unternehmens in allen verschiedenen Kanälen einheitlich ist. Dieses festgelegte einheitliche Auftreten einer Marke nennt man Corporate Design.
Die Außendarstellung ist auch für Sie als Arzt, Zahnarzt, Facharzt oder Gesundheitsdienstleister von großer Bedeutung. Jemand, der Ihre Webseite besucht, bevor er Sie und Ihre Praxis kennt, sollte bestenfalls Farben, Logo und Schriftbild auf dem Schild an Ihrer Praxis wieder finden. Oder jemand, der Ihre Visitenkarte in der Hand hält, muss beim Besuch Ihrer Webseite sofort einen optischen Zusammenhang erkennen. Dieses einheitliche optische Auftreten wird von Ihren Patienten als Zeichen der Professionalität wahrgenommen, noch bevor Sie sich tiefergehend mit Ihren Leistungen und Qualifikationen beschäftigt haben.
Tipp #2: 'MUST HAVES' einer Praxiswebseite
Einige Elemente sollten Sie auf jeden Fall auf Ihrer Praxishomepage unterbringen. Dem Patienten/Kunden sollte es unbedingt so leicht wie möglich gemacht werden, den Weg in Ihre Praxis zu finden. Das Bereitstellen der dazu notwendigen Informationen ist besonders wichtig, damit aus dem Besucher Ihrer Webseite langfristig auch ein Patient in Ihrer Praxis wird.
Folgende Informationen sollten auf keiner Praxishomepage fehlen bzw. sollten auf Ihrer Webseite an prominenter Stelle stehen:
- Kontaktdaten
- Öffnungszeiten
- Anfahrtsskizze
Die Kontaktdaten wie Telefonnummer und E-Mail-Adresse sollten dabei auf jeder Seite möglichst einfach zugänglich sein, denn so erleichtern Sie Ihren Besuchern die Kontaktaufnahme mit Ihrer Praxis und je kleiner die Hürde zur Kontaktaufnahme, desto wahrscheinlicher ist eben diese.
Tipp #3: Professionelle Fotos rücken Ihre Praxis in das richtige Licht
Als Arzt mit einer hohen Qualifikation haben Sie einen gehobenen Anspruch an die Leistungen, die Sie in Ihrer Praxis erbringen.
Ein potentieller Patient, der Sie im Internet sucht, denkt aber ganz anders. Als Patient geht man in der Regel davon aus, dass die Ärzte die man findet, eine entsprechende Qualifikation besitzen. Sicherlich nimmt der Patient im späteren Suchverlauf einen Unterschied wahr, am Anfang jedoch legt ein potentieller Patient auf andere Sachen wert. Der erste Eindruck zählt - und dieser definiert sich leider nur bedingt über Ihre Qualifikation.
Sucht ein Benutzer nun im Internet nach einem Zahnarzt, findet er in der Regel viele Zahnärzte. Der Suchende geht automatisch davon aus, dass der Zahnarzt die entsprechende Qualifikation besitzt um ihn behandeln zu können. Im ersten Schritt ist es für den Suchenden viel wichtiger, dass der optische Eindruck der auf Ihrer Webseite vermittelt wird, professionell wirkt.
Ihre Qualifikation rückt in den Hintergrund - Design und optische Wirkung der Webseite bestimmen den ersten Eindruck. Und wie wichtig dieser ist, besagt das Sprichwort 'Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck'.
An dieser Stelle ist es besonders wichtig, dass Sie authentische Fotos aus Ihrer Praxis, von Ihrem Team und Ihren Behandlungen zeigen. Beauftragen Sie einen professionellen Fotografen, der mit Ihnen zusammen Bildmaterial erstellt, welches Sie selbstbewusst auf Ihrer Webseite zeigen können.
TIPP:SYMPATHISCH BLEIBEN
Wichtig ist der sympathische Eindruck Ihrer Praxis. Verzichten Sie daher auf Detailaufnahmen von Wunden, Operationen oder anderen abschreckenden Motiven. Zeigen Sie lieber die nette Atmosphäre Ihrer Praxis, in welcher der Patient sich schon beim Betrachten Ihrer Webseite gut aufgehoben fühlt.
Tipp #4: Dienstleister beauftragen, statt Webseite selbst erstellen
Glaubt man der Werbung, ist es heute ganz einfach Webseiten selbst zu erstellen. Mit genügend Zeit und Geduld kommen Sie vielleicht zu einem Ergebnis, das Sie stolz macht, aber ob dieses Ergebnis professionell und wettbewerbsfähig ist, sei dahin gestellt.
Gehen wir von Ihnen aus. Sie haben eine langjährige Ausbildung genossen. Würden Sie Ihren Patienten raten eine Operation von jemandem durchführen zu lassen, der keine Ahnung von der Anatomie des menschlichen Körpers hat?
Zugegeben ist unser Beispiel ein wenig überspitzt, aber es verhält sich ähnlich, wenn Ihnen jemand sagt, Sie könnten eine Webseite erstellen ohne ein grundsätzliches Verständnis davon zu haben.
Das Internet ist ein hochkomplexes Gebilde und es gibt mehr als genug Fallstricke, die man als Laie gar nicht alle kennen kann. Genau wie Sie haben wir eine langjährige Ausbildung durchlaufen um Ihnen heute als Profis beratend und operativ zur Seite stehen zu können. Beauftragen Sie einen Profi, der versteht was Sie brauchen.
Tipp #5: Optimierung für mobile Endgeräte
Mehr als ein Fünftel aller Webseitenaufrufe kommt mittlerweile von mobilen Endgeräten. Bei diesem Trend ist aufgrund von immer besseren Smartphones und immer schnelleren Internetleitungen kein Ende in Sicht. Weltweit wurde 2014 erstmals mehr Traffic durch Mobilgeräte erzielt als durch klassische Desktopcomputer und Laptops.
Gerade die Erstrecherche findet in der Regel auf dem Smartphone statt. Jemand, der sich nur einmal kurz informieren will, weil er gerade Zeit hat, zückt das Smartphone und sucht nach den Themen, die ihn interessieren.
Aus genau diesem Grund ist es wichtig, dass Ihre Webseite für alle Ausgabegeräte optimiert ist.
Das Stichwort lautet Responsive Design. Das bedeutet, der Inhalt Ihrer Webseite sollte sich unbedingt an die Bildschirmbreite des Endgeräts anpassen, um dem Nutzer die bestmögliche Erfahrung zu bieten. Webseiten, die mit seitlichen Scrollbalken ausgestattet werden und die am Smartphone erst umständlich herangezoomt werden müssen, werden mittlerweile sogar von Google schlechter bewertet als die Seiten, die für die mobile Ausgabe optimiert sind.
Fazit
Eine professionelle und zeitgemäße Webseite nach neuestem Stand der Technik ist für Sie und Ihre Praxis unerlässlich. Mit Hilfe unserer eigens für dieses Thema erstellten Infografik können Sie den Status Ihrer Webseite überprüfen. Schritt für Schritt leitet Sie das Entscheidungsflussdiagramm und zeigt Ihnen, ob an einer Stelle Handlungsbedarf besteht.
Jetzt herunterladen und Ihre Seite überprüfen
Klicken Sie einfach auf das Bild, um die Grafik herunterzuladen und Ihre Webseite einem ausgiebigen Check zu unterziehen. Sehen Sie die Notwendigkeit zu handeln, beraten wir Sie gerne.
Ärztliche Werbung
WERBUNG FÜR ÄRZTE
Individuell das besondere Behandlungsspektrum der eigenen Praxis hervorheben durch gezielte Werbung für Ärzte. Welche Möglichkeiten stehen Ihnen offen und worauf müssen Sie achten?
Ich bin auf der Suche nach einem Arzt, Zahnarzt oder Heilberufler und möchte in der Vielzahl an Möglichkeiten die beste Wahl für mich treffen. Versetzen Sie sich in den Patienten: Er benötigt individuelle Informationen. Hier gilt es nun, dass Sie sich mit Ihrem speziellen Behandlungsspektrum positionieren. Doch wie?
Medizinern stehen heute eine Vielzahl an Kommunikationsmedien offen: Website, Flyer, Terminkarten, Anzeigen, PR, Wartezimmer-TV oder Empfehlungs- und Guerilla-Marketing– das alles ist erlaubt und wird von den Patienten erwünscht. Doch was dürfen Sie als Mediziner und was müssen Sie bei der Bewerbung Ihrer Praxis beachten? § 12 des Grundgesetzes schreibt die „Berufsfreiheit“ fest, was die werbliche Außendarstellung zwingend nach sich zieht und auch Verbote aus dem Heilmittelwerbegesetz (HWG) sind in den letzten Jahren immer weiter liberalisiert worden.
Damit Sie auf Ihr Behandlungsspektrum aufmerksam machen können und gleichzeitig nicht die Gefahr laufen, gegen Rechtswidrigkeiten zu verstoßen, haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen zum Thema „Ärztliche Werbung“ zusammengestellt.
Außendarstellung: Ihre Arztpraxis bekanntmachen
Eine Außendarstellung, die Ihren beruflichen Erfolg fördert, gehört zu den Grundrechten der ärztlichen Berufsfreiheit. Folgende Informationen dürfen Sie deswegen kommunizieren:
- Angaben von Qualifikationen, Tätigkeitsschwerpunkten, Zertifizierungen der Praxis
- Organisatorische Kontaktdaten
- Individuelles Logo für Ihre Praxis, Praxishomepage, Printanzeigen, Hinweise auf Ortstafeln, kostenfrei verteilte Stadtpläne, Fahrzeugwerbung, Multimediadarstellung
Ihre Leistungen: Geben Sie Ihrem Patienten die notwendigen Informationen
Nach § 27 Abs. 1 der (Muster-) Berufsordnung der deutschen Ärzte (MBO) ist die sachlich berufsbezogene Information erlaubt. Durch welche Leistungen zeichnet sich meine Arztpraxis aus? Was bieten wir unseren Patienten an und sind wir zertifiziert in einem Bereich? Antworten auf diese Fragen können Sie veröffentlichen. Und denken Sie auch an sich: Im Wettbewerb müssen Sie sich durchsetzen, doch Vorsicht:
Konzentrieren Sie sich auf sich und die individuelle Note Ihrer Praxis
Berufswidrige Werbung ist gemäß MBO verboten. Eine bewusste Herausstellung des Arztes als Person ist nicht erlaubt, ebenso wenig der Vergleich mit der Konkurrenz oder marktschreierische Floskeln, wie: Bei uns werden Sie bestens versorgt. Die Aussagen über Ihre Praxis müssen klar verständlich sein. Aber mal ehrlich – möchten Sie nicht auch vordergründig auf Ihre Leistungen aufmerksam machen und dabei Ihre individuelle Note hervorheben anstatt auf verallgemeinernde oder vergleichende Aussagen zurückzugreifen? Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb besagt also, dass Informationen nur zulässig sind, soweit sie wahr und sachgerecht sowie für den Patienten verständlich sind und im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit vermittelt werden.
Transparenz: Direkt am Patienten
Sie leisten ausgezeichnete Ergebnisse – wer könnte das authentischer und besser bewerben als zufriedene Patienten? Um auch Neupatienten auf Ihre Leistungen aufmerksam zu machen, können Sie mit Aussagen von Patienten (Testimonials) werben, wobei diese nicht missbräuchlich, irreführend oder abstoßend sein dürfen.
Mit einem Tag der offenen Tür können sich Neupatienten direkt von der Umgebung und Ihren Leistungen überzeugen. Zeigen Sie auch Ihre Ergebnisse zum Beispiel durch Bilder von Wirkungsvorgängen. Die ärztliche Schweigepflicht ist jedoch immer einzuhalten! Sie können auch Gutachten, Zeugnisse, wissenschaftliche oder fachliche Veröffentlichungen kommunizieren, sofern damit kein empfehlender Charakter verbunden ist.
Werbung für Ärzte innerhalb der Praxis ≠ Werbung für Ärzte außerhalb
Sie möchten Ihren Patienten Preise über einzelne Leistungen, Informationsbroschüren, organisatorische Hinweise oder persönliche Angaben zur Person des Arztes geben? Innerhalb der Praxis haben Sie vollste Freiräume – Ihre Patienten werden sich über die Transparenz freuen. Doch außerhalb der Praxisräume ist diese Art der Werbung nicht erwünscht.
Halten Sie Ihre Patienten auch nach dem Praxisbesuch auf dem Laufenden
Im stressigen Alltag ist der nächste Prophylaxe-Termin schnell einmal vergessen. Um sich als Arzt in Erinnerung zu rufen und dem Patienten eine besondere Dienstleistung anzubieten, ist eine Erinnerung erlaubt. Sie möchten Änderungen oder Informationen per Newsletter verschicken? Mit einer schriftlichen Einverständniserklärung ist auch das möglich. Sie möchten sich bei Ihrem Patienten für dessen Treue mit einem Geschenk bedanken? Artikel, wie bedruckte Chipkartenhüllen, Kugelschreiber oder Kalender dürfen Sie mitgeben. Allerdings dürfen die Kosten pro Stück den Betrag von 4,99 Euro nicht überschreiten.
Sie haben als Arzt also vielzählige Möglichkeiten, um Ihr individuelles Behandlungsspektrum nach außen zu kommunizieren. Informieren Sie den Patienten offen und verständlich, liefern Sie ihm Beispiele und zusätzliche Serviceleistungen und stellen Sie dabei Ihre persönliche Expertise heraus ohne auf Vergleiche mit der Konkurrenz oder verallgemeinernden Floskeln zurückgreifen zu müssen. So werden Sie durch Ihre individuelle Werbung für Ärzte authentisch überzeugen und bleiben sich dabei treu!




